Hast Du schon mal an einem Tauziehen Wettkampf teilgenommen? Erinnerst Du Dich an das Gefühl mit Deinen MannschaftskollegInnen an einem Seil zu ziehen? Wie sich alle mit geballter Kraft reinlegen, sich gegenseitig anfeuern, schreien, alles rausholen und dann übereinander purzeln, wenn sie es geschafft haben und die andere Partei über die Linie gezogen haben. Bei so einem Wettkampf ist man sich sehr nahe. Du kannst die Anstrengung jedes Einzelnen spüren. Du erlebst das Gefühl von gemeinsamer Energie und wie die eigene Kraft durch die anderen am Tau potenziert wird und daraus eine große gemeinsame Stärke entsteht, bei der niemand sagen kann, wie groß der Anteil jedes Einzelnen gewesen ist. Stattdessen bist Du mit den anderen in einem großen Energieball verschmolzen. Das macht Spaß und ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Wenn wir im beruflichen Kontext sagen

„Lasst uns gemeinsam an einem Strang ziehen!“

dann drücken wir damit den Wunsch aus, alle Energie zu bündeln, zusammenzuhalten und mit vereinten Kräften und Begeisterung die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Dadurch entsteht Verbundenheit und Zugehörigkeit, die zusammenschweißt. Das klingt angesichts der disruptiven VUCA Welt, in der wir uns befinden, fast wie eine utopische Sehnsucht. Und doch wissen wir, dass wir die gewaltigen Herausforderungen des Wandels nur gemeinsam bewältigen können.

Als das Unternehmen Phoenix Contact, das auf Verbindungs- und Automatisierungstechnik spezialisiert ist und 14 000 Mitarbeiter beschäftigt, 2009 in eine schwere existentielle Krise rutschte und 100 Mio € einsparen mussten, hat sich die Geschäftsleitung immer wieder vor die Belegschaft gestellt und Klartext geredet, wie es aussieht. Während andere Unternehmen an dieser Stelle rigoros Stellen kürzen und Mitarbeiter entlassen, ist es Phoenix Contact gelungen KEINEN einzigen Mitarbeiter in dieser Zeit zu kündigen, sondern mit gemeinsamen Maßnahmen die Einsparungen zu erreichen. Sie haben diese schwierigste Zeit gemeinsam bewältigt, weil sie einander vertraut haben und gemeinsam an einem Strang gezogen haben. Die tiefe Verbundenheit der Menschen mit Ihrem Unternehmen drückte sich auch in der Top-Job Mitarbeiterumfrage aus: Phoenix Contact wurde im schlimmsten Jahr ihrer Firmengeschichte zum besten Arbeitgeber Deutschlands gewählt. (aus Führen mit Hirn, Sebastian Purps-Pardigol)

Die Fähigkeit der Unternehmensleitung sich zu jedem Zeitpunkt der Krise der Belegschaft zu stellen und Klartext zu sprechen, also nah an die Menschen ranzugehen und alle miteinzubeziehen, schaffte die Rahmenbedingungen dafür, dass alle zusammengerückt sind und gemeinsam die Krise bewältigen konnten.

„So eine Erfahrung schweißt zusammen!“

Auch hier drückt sich ein intensiver Zusammenhalt von Menschen aus, die sich blind aufeinander verlassen können, weil sie sich vertrauen und quasi aneinandergeschweißt sind, und die damit verbundene Bereitschaft, auch zukünftige Herausforderungen gemeinsam anzupacken. Sie kennen sicher den Reflex auf Abstand zu gehen, sobald etwas unangenehm, kritisch oder problematisch wird. Wir versuchen uns in Sicherheit zu bringen oder vor Schmerz und Ablehnung zu schützen. Die Fähigkeit in unangenehmen Situationen weiterhin mit Empathie und Ruhe im Kontakt zu bleiben, zeichnet positive Führungskraft / positive leadership aus.

Mit dieser Haltung zeigst Du Mut und die Bereitschaft, sich der Verantwortung zu stellen auch wenn es schwierig wird. Du bist Vorbild und schaffst einen Rahmen, der es auch den anderen erlaubt, in Verbindung zu bleiben und eine gemeinsame Erfahrung zu machen.

„Wir sitzen alle in einem Boot!“

Durch die Digitalisierung und die rasanten Veränderungen der Arbeitswelt brauchen Führungskräfte heute ganz andere Skills und Fähigkeiten als früher und ein neues Bewusstsein für die eigene Rolle, damit es ihnen gelingt, Vertrauen in einen Prozess zu schaffen, bei dem niemand weiß, was dabei rauskommen wird. Das ist aufregend, macht Angst und ist eine historische Möglichkeit, unsere Art miteinander zu arbeiten menschlicher zu gestalten. Denn es sind die Menschen, die sich jetzt verändern, entwickeln, Neues entdecken, auf Unbekanntes zugehen, ausprobieren, Fehler machen, miteinander verhandeln und so den Wandel gestalten.

Wir können die Herausforderungen nur gemeinsam meistern. Und es braucht Persönlichkeiten mit Standing, die bereit sind, mit Liebe, Mut und Begeisterung vorangehen und damit anderen Vorbild sind.

Wie kann das gelingen?

In dieser Blogartikelserie möchte ich Dir weitere Anregungen geben.

Ich zeige Dir auf,

  • Wie Angst verhindert, dass Vertrauen entstehen kann
  • Wie Du diese Hürden identifizieren und überwinden kannst
  • wie Du eine Kultur des Vertrauens schaffen  kannst
  • Welche Skills und Fähigkeiten Dir dabei helfen
  • Was Du dabei von Schauspielern und Schauspieltechniken lernen kannst.

Im nächsten Artikel erfährst Du, welche Hürden verhindern, dass Vertrauen und Nähe entstehen können und wie Du diese überwinden kannst.

Wir haben die Chance eine bessere Welt zu bauen, lasst uns dafür gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wie oft hast Du schon den Satz gehört, lasst uns gemeinsam an einem Strang ziehen und was hast Du dabei. erlebt? Schreib mir gerne Deine Erfahrungen dazu.

Eine Antwort zu “Nähe und Vertrauen – ein entscheidender Erfolgsfaktor!”

  1. Sina sagt:

    Toller Artikel, trifft genau meinen Nerv!

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